Akutneurologie

Akutneurologie

In der neurologischen Akutabteilung der MEDICLIN Hedon Klinik nehmen wir Patienten zur Diagnostik und Therapie neurologischer Erkrankungen stationär auf.

Fachbereich: Akutneurologie

Die Neurologie gliedert sich in sechs Behandlungsphasen, wir behandeln in der Akutneurologie Patienten der Phase A und B:

  • Phase A: Akutbehandlung (im Krankenhaus z.B. auf einer Stroke Unit oder der Intensivstation)
  • Phase B: Entspricht der klassischen neurologischen Frührehabilitation. Patienten der Phase B sind Schwerst-Schädel-Hirn geschädigt. Die Akutbehandlung ist prinzipiell abgeschlossen. Trotzdem beinhaltet diese Phase neben den rehabilitativen Aspekten häufig akutmedizinische Behandlungsbedürftigkeit.
  • Phase C: Patienten können bereits in der Therapie mitarbeiten, medizinischer und pflegerischer Aufwand hoch
  • Phase D: Rehabilitation nach Abschluss der Frühmobilisation
  • Phase E: nachgehende Reha-Leistungen, berufliche Rehabilitation
  • Phase F: dauerhaft unterstützende Leistungen

Das Spektrum der Erkrankungen, das wir in der Akutneurologie behandeln, umfasst prinzipiell das komplette Gebiet der Neurologie, dazu zählen u.a. Erkrankungen der Blutgefäße im Gehirn wie Aneurysmen und Atherosklerose, Tumorerkrankungen, entzündliche und degenerative Erkrankungen von Gehirn und Rückenmark, z.B. Schlaganfall, Multiple Sklerose, Parkinson, periphere Nervenkrankheiten (Polyneuropathen) und periphere Muskelkrankheiten (Myopathien).

Ein Teil der Patienten, die zu uns in die Akutneurologie eingewiesen werden, werden noch künstlich beatmet. Ein wichtiger Teil unserer Behandlung in diesem Bereich besteht daher aus der Beatmungsentwöhnung (sog. Weaning). Die Beatmungsentwöhnung findet auf zwei Spezialstationen, den Weaningeinheiten, statt. 

Ein weiterer Teil der Patienten kommt zur neurologischen Frührehabilitation in unser Haus. Diese Patienten benötigen weiterhin noch eine akutmedizinische Betreuung. Die Patienten sind häufig noch bewusstlos, teilweise oder komplett gelähmt und werden über eine Trachealkanüle beatmet oder sind auf die Überwachung durch einen Monitor angewiesen.

Was wir behandeln

Wir behandeln sämtliche Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems einschließlich unfallbedingter Verletzungen und Folgen durchgeführter Operationen. Darunter sind:

  • Erkrankungen der Blutgefäße im Gehirn wie Aneurysmen (Gefäßerweiterung) und Atherosklerose (Arterienverkalkung)
  • Tumorerkrankungen
  • entzündliche und degenerative Erkrankungen von Gehirn und Rückenmark, z.B. Schlaganfall, Multiple Sklerose, Parkinson
  • Polyneuropathien (gleichzeitige Erkrankungen mehrerer Nerven)
  • Myopathien (Muskelschwäche)

Außerdem haben wir uns spezialisiert auf:

  • Schlaganfälle aller Ausprägungsgrade: Spezielle therapeutische Maßnahmen wie gezielte Elektrostimulation, transkranielle Stimulation sowie Einsatz von elektronischen und mechanischen Therapiegeräten
  • Guillain-Barré-Syndrom (durch eine Infektion ausgelöste Lähmungen)
  • Locked-in-Syndrom (bezeichnet einen Zustand, in dem der Betroffene vollständig gelähmt, aber bei Bewusstsein ist und über vertikale Augenbewegungen kommunizieren kann)

Alle Krankheitsbilder von A-Z

  • anoxische Hirnschädigung
  • Bewegungsstörungen, wie Morbus Parkinson
  • Hydrozephalus
  • Hypoxische Hirnschädigung
  • Neurogene/ neuropathische Schmerzsyndrome
  • Parkinson-Syndrome
  • Critical-illness-Polyneuropathie (CIP)
  • Entzündliche Erkrankung des Nervensystems
  • entzündliche Erkrankungen, wie z.B. Mutiple Sklerose
  • Enzephalitis
  • Enzephalopathien
  • Epilepsie
  • Epileptische Syndrome
  • Erkrankung oder Verletzung des Rückenmarkes
  • Erkrankungen des Rückenmarks und seiner Wurzeln, wie z.B. nach Bandscheibenoperationen
  • Folgen nach Schlaganfall wie Hirninfarkt oder Hirnblutung (insbesondere auch Subarachnoidalblutung)
  • Guillain-Barré-Syndrom
  • Hirnblutung
  • Hirnerkrankungen
  • Intrazerebrale Blutung
  • Ischämischer Schlaganfall
  • Krankheiten des autonomen Nervensystems
  • Lähmungen
  • Meningitis
  • Mitochondropathien
  • Motoneuronerkrankungen
  • Multiple Sklerose (MS)
  • Multisystemerkrankung/ Multisystematrophie (MSA)
  • Muskelerkrankungen
  • Muskelkrankheiten
  • Neuro-degenerative Erkrankungen
  • Neurodegenerative Systemerkrankung
  • Polyneuropathie-Syndrome
  • Polyneuropathien
  • Polyradikulitiden
  • Schädel-Hirn-Trauma mit oder ohne Polytrauma
  • Schlaganfall
  • Spinalkanalstenose
  • spinozerebelläre Ataxien (SCA)
  • Tumorerkrankung des zentralen und/ oder peripheren Nervensystems
  • Tumorerkrankungen des zentralen Nervensystems
  • Verengung des Wirbelkanals
  • Zerebrale und sonstige Lähmungssyndrome
  • zerebrales Anfallsleiden
  • Zustand nach Schädel-Hirn-Trauma mit und ohne Hirnblutung
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Wie wir Sie behandeln

Diagnostik

In der neurologischen Akutabteilung nutzen wir zur Diagnostik alle Möglichkeiten der Elektrophysiologie, der Sonographie und die komplette Labordiagnostik einschließlich Liquordiagnostik (Untersuchung der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit). Für bildgebende Verfahren wie Computertomographie (CT) und Magnetresonanztherapie (MRT) kooperieren wir mit radiologischen und nuklearmedizinischen Praxen in der Nähe.

Zu den funktionsdiagnostischen Untersuchungen gehören üblicherweise:

  • Ruhe-EKG, Langzeit-EKG, Langzeit-Blutdruckmessung, Messung der Sauerstoffsättigung
  • Sonographie der Blutgefäße (Doppler, farbkodierter Duplex, transkranielle Gefäßsonographie)
  • weitere Ultraschall-Untersuchungen (Oberbauch- und Muskelsonographie, Arthrosonographie)
  • EEG (Messung der Hirnaktivität) und mobiles Langzeit-EEG
  • Ableitung evozierter Potentiale (Untersuchung der Funktionsfähigkeit von Nervenbahnen)
  • Neurographie
  • EMG (Messung der elektrischen Muskelaktivität)
  • Röntgen
  • radiologische und fiberendoskopische Schluckdiagnostik

Daneben steht uns die gesamte Diagnostik der neurologischen Rehabilitation und des Fachbereichs Orthopädie zur Verfügung.

Zur speziellen Diagnostik gehören weiterhin

  • unser Basislabor
  • neuropsychologische Testdiagnostik
  • Diagnostik bei Sprachstörungen
  • Diagnostik bei Schluckstörungen

Für weitere Diagnostik wie

  • Herzkatheter
  • urologische Diagnostik oder
  • bildgebende Verfahren (z.B. Computertomographie, Kernspintomographie, MR-Angiographie)

kooperieren wir mit fachärztlichen Praxen in der Nähe.

Bei Bedarf kommen weitere Untersuchungen aus anderen Fachgebieten hinzu; dies gilt insbesondere für alle internistisch und neurologisch auffälligen diagnostischen Ergebnisse. Unser ärztliches Team besteht aus Anästhesisten, Internisten, Psychiatern und Notfallmedizinern. 

Therapie

In den Stationen der Weaningeinheit steht die Entwöhnung von der Beatmung im Vordergrund. Hier arbeiten spezielle Atemtherapeuten, die darauf spezialisiert sind, Erkrankungen des gesamten respiratorischen Systems professionell zu versorgen. Das therapeutische Behandlungsteam ist interdisziplinär.

Die Therapie in der neurologischen Frührehabilitation der MEDICLIN Hedon Klinik umfasst Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, physikalische Therapie und Neuropsychologie. Häufig ist auch die psychosoziale Betreuung Teil der Therapie, in die wir Angehörige mit einbeziehen.

 

Bewegungstherapie

Bewegungstherapie

Mittels Physiotherapie und Ergotherapie sollen Sie funktionelle Bewegungen wiedererlangen, Ihre Sensomotorik und kognitiven Fähigkeiten stärken. Zu den Behandlungstechniken gehören:

  • Bobath-Therapie
  • Vojta
  • Affolter-Modell
  • basale Stimulation
  • Johnstone-Therapie
  • Neurotension
  • Ergotherapie nach Perfetti
  • Forced-Use-Therapie
  • facio-orale Trakt-Therapie
Logopädie

Logopädie

Zur Logopädie zählen bei uns u. a. Schluckdiagnostik und Schlucktherapie

Physikalische Therapie

Physikalische Therapie

In der physikalischen Therapie setzen wir zur Schmerzbekämpfung und zur Erhaltung und Verbesserung der Funktion des Bewegungsapparates u. a. Kälte- und Wärmetherapie (Thermotherapie) und Elektrotherapie (Stimulationsbehandlung) ein.

Neuropsychologie

Neuropsychologie

Die Neuropsychologie umfasst Maßnahmen der Funktionstherapie, mit der wir die vorhandenen kognitiven Leistungen und insbesondere die verbliebenen Leistungsressourcen unserer Patienten prüfen und wieder trainieren.

Beatmungsentwöhnung in der Weaningeinheit

In der neurologischen Behandlungskette besteht in einigen Fällen beim Übergang aus der Akutneurologie (Phase A) in die Frührehabilitation (Phase B) eine langfristige Pflicht zur künstlichen Beatmung. Patienten, die von der Dauerbeatmung entwöhnt werden müssen, bringen wir in unseren zwei Spezialstationen (insgesamt 31 Betten), den sogenannten Weaningeinheiten, unter.

Nach der Beatmungsentwöhnung sollen die Patienten unabhängig vom Respirator z.B. durch eine Maske atmen.

Schritte der Beatmungsentwöhnung sind:

  • Belastung durch intensivmedizinisch überwachte Mobilisation erproben
  • Kontrakturprophylaxe verhindert, dass Gelenke dauerhaft bewegungsunfähig werden oder versteifen
  • Pneumonieprophylaxe soll Lungenentzündungen verhindern sowie die Ein- und Ausatmung verbessern
  • Mobilisation bei Kreislaufinstabilität trainieren
  • Bewusstseinslage verbessern
  • Beatmungsentwöhnung durch gezieltes, intensivmedizinisch überwachtes Atemtraining unterstützen
  • facio-orale Schlucktherapie

 

Behandlung in der neurologischen Frührehabilitation

Zu Beginn der neurologischen Frührehabilitation prüfen wir den Allgemeinzustand und die uns vorliegenden diagnostischen Befunde des Patienten.

Grundlegende Alltagsfunktionen werden anhand Barthel-Index bzw. Frührehabilitations-Barthel-Index gemessen, außerdem nutzen wir den FIM (Funktionaler Selbständigkeitsindex) und gegebenenfalls die Glasgow Coma Scale (Bewertung des Bewusstseinszustandes).

Darauf aufbauend erstellt der behandelnde Arzt einen individuellen Behandlungsplan mit allen notwendigen medikamentösen und therapeutischen Maßnahmen und legt fest, ob noch weiterführende Diagnostik notwendig ist.

Behandlungsziele sind:

  • Stabilisierung des körperlichen Zustandes
  • Besserung des Bewusstseinszustandes
  • Anbahnung von Kommunikationsfähigkeit
  • Entwicklung von Kooperationsfähigkeit
  • beginnende Mobilisierung
  • Minderung des Ausmaßes der neurologischen Schädigungen
  • Vermeidung sekundärer Komplikationen
  • Klärung des Rehabilitationspotentials
  • Planung und Einleitung der weiteren Versorgung (insbesondere die Überleitung in die Phasen C und D der Reha oder in die Pflege)

 

Pflege

In der MEDICLIN Hedon Klinik richten wir das pflegerische Handeln an unserem Pflegeleitbild aus.

Danach steht der Mensch im Mittelpunkt unserer Arbeit. Wir sehen jeden Menschen in seinen körperlichen, geistigen und psychischen Einschränkungen als gleich an und akzeptieren ihn. Wir betrachten jeden Menschen individuell in seiner Persönlichkeit aus biologischen, psychologischen und sozialen Aspekten. Wir begegnen unserem Patienten tolerant, respektvoll, offen und unvoreingenommen. Individuelle Bedürfnisse berücksichtigen wir ebenso wie Fähigkeiten und Ängste. Wir bauen eine Beziehung zum pflegebedürftigen Menschen auf und schaffen eine Atmosphäre, in der sich der Patient wohl und geborgen fühlt. Dazu gehört es auch, Patienten und Angehörige so weit wie möglich in den Pflegeprozess einzubeziehen und zu informieren.

Wir haben den Anspruch, eine kompetente und qualitativ hochwertige Pflege zu erbringen. In der MEDICLIN Hedon Klinik arbeiten wir nach einem auf die Rehabilitation abgestimmten, umfassenden Pflegekonzept nach den Prinzipien der aktivierenden therapeutischen Pflege und Hilfe zur Selbsthilfe sowie zur Unabhängigkeit im Alltag.

Für jeden Patienten erstellen wir einen individuellen Pflegeplan. Regelmäßig stattfindende Teamgespräche und Arztvisiten gewährleisten einen effizienten Informationsaustausch innerhalb des Pflegeteams wie auch mit den anderen Abteilungen.

Die Fachkompetenz unseres Pflegepersonals erstreckt sich auch auf Notfallfortbildungen sowie ein modernes, systematisches Wundmanagement.

Aphasiker-Zentrum

Aphasie ist eine erworbene, zentrale Sprachstörung, die infolge einer Hirnschädigung, wie z. B. Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma oder Tumor, auftreten kann.

Eine Aphasie kann sich auf das Sprechen und Verstehen, aber auch beim Lesen, Schreiben und dem Umgang mit Zahlen auswirken.
Je nach Ort und Ausmaß der Schädigung im Gehirn können neben den sprachlichen Problemen auch andere Schwierigkeiten auftreten, wie z. B. körperliche Probleme, neuropsychologische Probleme, psychosoziale Schwierigkeiten.

Die Mitarbeiter des Aphasiker-Zentrums unterstützen Patienten und deren Angehörige bereits während des Aufenthaltes in der MEDICLIN Hedon Klinik bei der Bewältigung von Schwierigkeiten, die mit der Sprachstörung einhergehen.

Was bietet das Aphasiker-Zentrum?

  • Information und Beratung
  • Vermittlung von Kontakten
  • Begegnungen in Zusammenarbeit mit der Hedon Klinik
     

Sie haben Fragen oder benötigen Hilfe bzw. Unterstützung?
Wir beraten Betroffene, Angehörige und Interessierte.

Beratungsbüro in der MEDICLIN Hedon Klinik: Ebene 2 - Raum 1252

Was bietet das Aphasiker-Zentrum?

Büro-/Sprechzeiten:
Montag bis Freitag: 9 bis 12 Uhr, Donnerstag: 14 bis 18 Uhr und jeden dritten Samstag im Monat: 10 bis 14 Uhr oder nach Vereinbarung

Telefon:  +49 591 918 1188
Fax: +49 591 918 1189
Mobil: +49 1520 8982 320
E-Mail: lingen@aphasikerzentren.de
www.aphasikerzentrum-lingen.de

Wer Sie behandelt

Dr. med. Petra Mummel

Dr. med. Petra Mummel

Chefärztin der Klinik für Akutneurologie und Neurologische Frührehabilitation

Dr. med. Cosima Buchzik

Dr. med. Cosima Buchzik

Leitende Oberärztin (Anästhesie) der Klinik für Akutneurologie und Neurologische Frührehabilitation

Kolja Busch

Kolja Busch

Leitender Oberarzt der Klinik für Akutneurologie und Neurologische Frührehabilitation

Jörg Hellmich

Jörg Hellmich

Oberarzt der Klinik für Akutneurologie und Neurologische Frührehabilitation, Hygienebeauftrager Arzt

Wie Sie uns kontaktieren können

Sabine Eilers

Sabine Eilers

Leitung Patientenverwaltung/Rezeption

MEDICLIN Hedon Klinik